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SNB reagiert auf globale Unsicherheit: Leitzins fällt auf 0,25 Prozent

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat an ihrer geldpolitischen Lagebeurteilung entschieden, den Leitzins auf 0,25 Prozent zu senken.

Laut Philipp Merkt, Chief Investment Officer (CIO) von PostFinance, ist die erneute Zinssenkung auch eine Reaktion auf das veränderte internationale Umfeld:

Die Unsicherheit im internationalen Konjunktur- und Finanzumfeld hat mit der aggressiven Handelspolitik des US-Präsidenten und der massiven Schuldenausweitung in den USA und Europa zugenommen. Das macht den Schweizer Franken attraktiv und die Lage für die SNB ungemütlich.

Mit der Zinssenkung ist die Hoffnung verbunden, Anlagen in Schweizer Franken unattraktiver zu machen und damit den Aufwertungstrend abzuschwächen. Ein zu starker Franken hat gleich zwei unerwünschte Effekte auf die Schweizer Konjunktur: Zum einen erschwert er den Schweizer Unternehmen den Export ins Ausland, weil ihre Güter dort teurer werden. Zum anderen verbilligt die Aufwertung des Frankens die Importgüter zusätzlich, was die ohnehin tiefe Inflationsrate in der Schweiz weiter nach unten gegen Null oder gar ins Negative drücken könnte. Mit der fünften geldpolitischen Lockerung in Folge geht die SNB laut Philipp Merkt aber auch ein gewisses Risiko ein:

Der verbleibende Handlungsspielraum der SNB für Krisenzeiten wird immer kleiner. Und das, obwohl sich die Binnennachfrage stabilisiert und die Schweizer Wirtschaft die Talsohle durchschritten hat.

Als Folge der Leitzinssenkungen müssen sich die privaten Haushalte wahrscheinlich auf einen weiteren Rückgang der Sparzinsen einstellen. Gute Nachrichten gibt es hingegen für Wohneigentümer:innen: Saron Hypotheken werden bei einem niedrigen Leitzins noch günstiger. Die Zinsen auf längerfristigen Hypotheken dürften sich hingegen nur wenig verändern.

Philipp Merkt

Chief Investment Officer